Seelenpräsenz

Kreativ handeln für eine neue Zeit

„Seelenpräsenz“ ist der Titel unseres Seminars auf Zypern 2026.
Der folgende Text ist mehr als eine Beschreibung dieses Seminars – er gibt Einblick in das, was uns in den letzten Monaten aufrichtig bewegt hat. Auf der Suche nach mehr Stabilität in unserem Leben haben wir Wege gefunden, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und zugleich schnell spürbare innere Stabilität vermitteln. Diese Erfahrungen möchten wir mit der Welt teilen – und mit euch.

Unser Leben im Wandel

Unser Leben ist geprägt von Tempo, Leistungsdruck und permanentem Wandel. Der Alltag fordert uns – oft mehr, als wir bewusst wahrnehmen.

Viele Menschen erleben anhaltende Erschöpfung, innere Unruhe, Schlaflosigkeit und das Gefühl, nur noch zu funktionieren – in Routinen, die zwar äußerlich Sicherheit vermitteln, aber innerlich Leere hinterlassen. Oft wird die Überforderung durch übermäßige Aktivität oder inneren Rückzug kompensiert. Dabei geht zunehmend der Kontakt zu einer tieferen inneren Ebene verloren.

Die Frage ist nicht mehr nur, wie wir uns schnell erholen, sondern:

Wie kommen wir wieder in einen Zustand einer lebendigen Verbindung mit uns selbst, die uns stabil durch diese Zeiten trägt?

Um das zu verstehen, dürfen wir zunächst einen Blick auf die Veränderungen der gegenwärtigen Zeitqualität werfen

Die Dynamik der gegenwärtigen Zeit

Die aktuelle Zeitphase besitzt eine eigene, sehr fordernde und schnelllebige Dynamik. Sie lässt kaum Raum für Pausen. Ein Prozess folgt dem nächsten. Kaum ist ein Thema innerlich abgeschlossen, zur Ruhe und in Frieden gebracht, kündigt sich bereits das nächste an. Was sich früher über Wochen erstreckte, läuft heute innerhalb von Tagen oder sogar Stunden ab – Prozesse verdichten sich zunehmend.

Gleichzeitig beobachten wir, dass der Alltag immer weniger verzeiht, wenn wir ins reine Funktionieren geraten oder in alten Routinen verharren. In solchen Momenten geschehen sehr schnell Dinge, die uns aus der Bahn werfen: Konflikte in Beziehungen, Spannungen im Arbeitsumfeld, Unfälle oder körperliche Symptome, die nicht selten chronisch werden. Und gerade bei sehr sensitiven Menschen leidet das vegetative Nervensystem darunter und findet oft nicht mehr zur Ruhe. Wir fühlen uns zeitweise oder dauerhaft „unter Strom“.

Dies muss nicht zwingend durch äußere Anforderungen ausgelöst werden. Vielmehr gibt es innere Prozesse und energetische Zustände, die unser Nervensystem nicht mehr ausreichend verarbeiten kann. Die Folgen zeigen sich immer häufiger in Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und einem Mangel an Regulationsfähigkeit. Es stellt sich die Frage, wie wir mit diesen energetischen Anforderungen gut und adäquat umgehen können

Wenn Bewährtes nicht mehr trägt

Eine prägende Qualität dieser Zeit ist, dass vieles von dem, was uns lange getragen hat, an Wirksamkeit verliert. Verlässliche Formen des Ausgleichs und liebevolle Gewohnheiten scheinen plötzlich nicht mehr die gleiche stabilisierende Kraft zu entfalten. Ein Grund dafür liegt darin, dass frühere Wege oft nur einen Teil des Lebens berücksichtigt haben. Der Fokus lag klar auf der lichtvollen Seite des Daseins, während die schattigen Aspekte ausgeklammert wurden.

Doch auch dort wartet das Licht, nur in anderer Form. Der Weg dorthin führt durch Bereiche, die wir lieber meiden: das Ungesehene, Unerfühlte und Unerhörte. Gerade in diesen Räumen liegen jedoch wesentliche Kräfte für Entwicklung und ein tiefes Gefühl von Ganz-Sein. Die gegenwärtige Zeitqualität lädt uns daher ein, keinen Bereich mehr auszusparen. So kann ein Frieden wachsen, der nicht an äußere Stabilität gebunden ist, sondern aus der Tiefe kommt und sich den Unruhen des Lebens stellt.

Präsenz im Fluss des Lebens

Da sich das Leben selbst und die Qualität der Zeit tiefgreifend wandeln, sind wir alle aufgefordert, uns immer wieder neu auszurichten und ehrlich zu hinterfragen, ob unser Handeln im Einklang mit dem steht, was das Leben jetzt von uns möchte. Es wird zunehmend entscheidend, in einen inneren Fluss zu kommen, in einen Gleichklang und in eine Kohärenz mit dem Leben selbst, um Stabilität erfahren zu können – Tag für Tag aufs Neue. Es ist eine Präsenz, die sich in Flexibilität und Dynamik entfaltet: immer wieder neu! Stabilität entsteht heute nicht mehr durch Festhalten, sondern durch innere Beweglichkeit und Balance.

Die vier Säulen der Seelenpräsenz

Dieses Seminar richtet sich auf die wesentlichen Aspekte, um mit den neuen Anforderungen des Lebens zu wachsen und aus der Überforderung in einen natürlichen Flow mit den aktuellen Umständen zu gelangen, damit Handeln aus einem inneren, präsenten Zustand heraus entstehen kann:

Die vier Säulen der Seelenpräsenz:

  • Regulationsfähigkeit herstellen

  • Kompensatorische Muster erkennen und loslassen

  • Inneren Raum kultivieren

  • Im Fluss des Lebens authentisch handeln

Der Kern: Seelenpräsenz

Der Kern des Seminars ist die Entfaltung der eigenen Seelenpräsenz – ein Zustand innerer Verbundenheit, in dem wir uns selbst klar, wach und lebendig erfahren. Aus diesem inneren Zustand heraus entsteht die Fähigkeit, auch unter sich wandelnden Umständen stark, stabil, flexibel und stimmig zu handeln. Seelenpräsenz kann man nicht erzwingen, sondern entfaltet sich auf der Grundlage innerer Voraussetzungen, die den Zugang zu unseren Ressourcen ermöglichen und eine tragfähige, kraftvolle Stabilität im Leben verankern.

Regulationsfähigkeit als Grundlage

Regulationsfähigkeit ist die innere Kompetenz, sich selbst zu halten und zu steuern, sodass Stabilität, Flexibilität und Präsenz zugleich möglich werden. Sie ist die Grundlage, um überhaupt in Seelenpräsenz eintreten zu können. Ohne innere Regulation verbleibt das Nervensystem in Anspannung oder Rückzug, wodurch echte Präsenz nicht möglich ist.

Deshalb schaffen wir zunächst eine stabile Basis von Regulationsfähigkeit, um innere Zustände bewusst wahrzunehmen, zu beeinflussen und in ein stimmiges Gleichgewicht zu bringen. Dies eröffnet den Raum für weitere innere Prozesse.

Unsere kompensatorischen Muster: den Dingen auf den Grund gehen

Im nächsten Schritt richtet sich der Blick auf das, was uns im Alltag funktionsfähig hält – und uns gleichzeitig von uns selbst entfernt. Wir identifizieren Mechanismen, mit denen wir:

  • Erschöpfung übergehen und unsere Grenzen überschreiten

  • Überforderung ausgleichen und kompensieren

  • innere Leere oder Unruhe versuchen zu regulieren oder zu übertünchen

  • alte Muster und Routinen aufrechterhalten

  • innerlich Distanz zu dem halten, was wir nicht haben wollen

Diese Mechanismen haben eine Funktion. Sie helfen uns, den Alltag zu bewältigen. Gleichzeitig blockieren sie aber den Zugang zu unserer Tiefe. Sie sind die größten Hindernisse auf dem Weg zu einer wirklich authentischen Präsenz, zu einem Gefühl des Ganz-Seins.

Es sind jene Anteile und Erfahrungen, die wir bewerten, kategorisieren, ablehnen, auf Abstand halten oder um jeden Preis vermeiden wollen. Solange wir sie auf Abstand halten, halten wir auch uns selbst auf Abstand. Heben wir diese Distanz auf, begegnen wir großen inneren Kraftquellen, die uns endlich wieder zur Verfügung stehen. Sie hinterlassen ein Gefühl von „ganz sein“, „sich gefunden haben“, „endlich zu Hause angekommen sein“.

Inneren Raum kultivieren und halten

Indem diese kompensatorischen Muster bewusst erkannt und schrittweise gelöst werden, entsteht ein innerer Raum. Ein Raum, der nicht mehr von Mustern, Prägungen und „Funktionieren“ gefüllt ist, sondern offen wird für:

  • innere Tiefe

  • authentische Wahrnehmung

  • lebendige Präsenz

  • die Verbindung mit der eigenen Seele

In diesem Raum kann Seelenpräsenz nicht nur erfahren, sondern verankert und gelebt werden.

Authentisch handeln im Fluss des Lebens

Die gegenwärtige Zeit fordert neue Formen des Handelns – nicht starr, nicht aus Rückzug oder Anpassung und nicht aus alten Mustern oder Zukunftsbildern heraus. Gefragt ist ein Handeln aus innerer Präsenz, Klarheit und Eigenverantwortung. Es geht darum, sich ehrlich zu fragen, was neu gestaltet werden möchte, was durch uns in die Welt kommen will und wo wir noch äußeren Idealen folgen, statt unser Eigenes zu leben.

Handeln entsteht aus Übereinstimmung und Kohärenz mit dem Leben selbst. Das Leben stellt uns fortwährend Anfragen – manchmal leise, manchmal deutlich. Dieses Seminar bietet keine fertigen Lösungen, sondern eröffnet einen Raum, in dem Antworten aus der Verbindung von Verstand und Seelenpräsenz entstehen können. Indem wir wahrnehmen, was sich zeigt, ohne sofort zu reagieren und zu bewerten, wird neues Handeln möglich:

nicht reaktiv aus alten Konditionierungen, sondern von einem inneren Ort der Klarheit, Verbundenheit und bewusster Entscheidung.

Der Rahmen des Seminars

Der Aufenthalt auf Zypern dient der bewussten Unterstützung des inneren Prozesses. Als Kraftort mit geringem kollektivem Einfluss erleichtert die Akamas-Halbinsel die Verbindung zu einem selbst und zum Leben – eine Qualität, die wir uns gezielt zunutze machen.

Über eine Woche hinweg erwarten dich:

  • Individuelle Begleitung in geschützter und wertschätzender Atmosphäre

  • regulierende tägliche Routinen

  • Meditation, Qigong und Breathwork

  • tiefgreifende Bewusstseinsarbeit

  • Phasen von Stille und Integration

  • Ausflüge zu Kraftplätzen und Übungen im Freien

  • die Energie und Dynamik einer Gruppe als liebevolles, tragendes Feld, das dich in deiner eigenen Entwicklung begleitet

Eine bewusste Einladung

Dieses Seminar richtet sich an Menschen, die bereit sind, tiefer zu schauen. Nicht, um sich zu optimieren, sondern um das abzulegen, was nicht mehr trägt. Das ist der Weg dieses Seminars – hin zu innerer Freiheit und zu einem tiefen Frieden mit uns und dem Leben.



Fotos Zypern: A. Thomas

Bildbearbeitung: Canva

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Gedanken zum Thema “Eigenverantwortung und Schuldzuweisung”