Erfahrungen mit “Selbstliebe”

Über die Monate hinweg – eigentlich über die letzten Jahre – bin ich auf dem Weg der Schattenarbeit immer mehr einer tiefen inneren Wahrheit begegnet: dass sie – die Integration des Schattens – in ihrem Kern ein Weg zu wahrer Selbstliebe ist:

Ihre Wirksamkeit offenbart Selbstliebe.

Das war für mich zum Teil überraschend und zugleich eine notwendige Konsequenz dessen, was tatsächlich geschieht, wenn ich mich in der Tiefe jenen Themen zuwende, die ich nicht als Teil meines Lebens empfinden möchte – die ich ablehne, verneine oder in den Schatten schiebe. Wie so oft suche ich Dinge im Außen, sehne mich nach wahrer Liebe und Anerkennung, nach Verständnis und Angebundensein – und finde es nicht wirklich. Doch es tritt zutage in dem Moment, in dem ich bereit bin, die Kraft des Schattens in einem bestimmten Ritual zu mir zu nehmen – und dann unverzüglich, ohne Zeitverzug, unmittelbar. Ich finde es dort – ausgerechnet dort –, wo ich es am wenigsten vermute.

Ich habe erkannt, dass ein Teil der sogenannten „Lichtarbeit“ oft nur das sieht, was wir sehen wollen – das, was wir als gut, wertvoll oder richtig bewerten. Dabei habe ich lange übersehen, dass gerade in den Bereichen, die ich negiere, ebenso lichtvolle Aspekte verborgen liegen – vielleicht sogar die wesentlichsten.

Lange Zeit war ich selbst in diesem eingeschränkten Verständnis unterwegs – und war zutiefst überrascht und berührt von dem, was sich am Ende dieses Weges über die Zeit gezeigt hat.

Heute ist diese Erkenntnis ein fester Bestandteil meines Lebens. Und auch ich darf jeden Tag neu den Frieden in mir wachrufen und innere Kämpfe ablegen.

Deshalb möchte ich diese Erfahrung in Form dieses mir sehr liebgewonnenen Textes teilen. Und ich bitte darum, achtsam mit ihm umzugehen. Denn er trägt für meine persönliche Entwicklung und für mein Sein eine tiefe Bedeutung.

Selbstliebe

Ich halte mich selbst mit allem, was sich gerade durch mich zeigt.

Selbstliebe

Ich halte mich selbst mit allem, was sich gerade durch mich zeigt.

Selbstliebe ist kein Tun.
Sie ist ein Zustand des Daseins.
Ich muss nichts verändern, nichts erreichen und nichts werden.

Ich halte mich selbst in dem, was jetzt da ist.
In jedem Gefühl.
In jeder Regung.
In jedem inneren Bewegungsimpuls.

Alles, was sich durch mich zeigt, darf da sein.
Nichts wird weggeschoben, nichts korrigiert, nichts überwunden.
Ich bleibe bei mir – sanft, wach und präsent.

In diesem Halten verlieren Gefühle ihre überwältigende Kraft.
Sie werden getragen, nicht bekämpft.
Und aus diesem Tragen entsteht Stabilität.

Überforderung löst sich dort, wo nichts mehr von mir verlangt wird.
Wo ich mir selbst Raum gebe, ohne Bedingung.
Ohne ein „um zu“.

Ich bin dem Leben nicht gewachsen.
Ich wachse mit dem Leben.
Im Gleichklang. Im Fluss.
Was ich glaube sein oder tun zu müssen, um mich selbst zu lieben, fällt still von mir ab.

Zurück bleibt eine Weite, in der sich der Impuls des Lebens durch mich entfalten darf.
Nicht aus Ego.
Nicht aus Anstrengung.
Sondern aus innerer Freiheit.

In diesem Raum endet der Kampf gegen mich selbst.
Und Frieden wird erfahrbar.

Solange ich mich halte, hört Selbstliebe nicht auf.
Sobald ich beginne, mich abzulehnen, endet sie.

So halte ich mich selbst. Mit allem, was sich gerade durch mich zeigt.
— ©2025 - Andrea Thomas

© [2025] [Andrea Thomas]. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt und aus persönlicher Arbeit entstanden. Bitte respektiere die Urheberschaft. Eine Verwendung ist nur mit Zustimmung erlaubt.

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